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Meine liebenswürdige 78-jährige Nachbarin hinterließ mir eine Nachricht und einen Schlüssel zu ihrem Schuppen – als ich entdeckte, was sie darin aufbewahrt hatte, sackte ich in den Knien zusammen

Vor drei Jahren zog ich neben Frau Whitmore ein, eine gütige Witwe, die mich mit einem warmen Blaubeerkuchen willkommen hieß und zu einer beständigen, sanften Präsenz in meinem Leben wurde. Sie war die perfekte Nachbarin, doch ich war immer neugierig auf den mysteriösen, mit einem Vorhängeschloss gesicherten Schuppen in ihrem ansonsten makellosen Hinterhof. Als sie im Alter von 78 Jahren verstarb, kam ein junges Mädchen bei der Beerdigung auf mich zu und überreichte mir einen Schlüssel und eine Notiz von Frau Whitmore. Der Brief drängte mich, den Schuppen zu öffnen, um eine Wahrheit zu entdecken, die sie jahrelang geheim gehalten hatte, mit dem Versprechen, dass alles endlich einen Sinn ergeben würde, sobald ich einträte.

Zitternd vor Erwartung schloss ich an jenem Abend den Schuppen auf und wurde mit einem schaurigen Anblick konfrontiert: eine lebensgroße, mit einem Laken abgedeckte Figur, die genau wie eine auf einem Tisch liegende Person aussah. Nach einer kurzen Panik, die mich dazu veranlasste, die Polizei zu rufen, erkannte ich, dass es sich in Wahrheit um eine meisterhafte Skulptur eines Frauengesichts handelte – mein Gesicht –, gefertigt aus Wachs und Gips. Ganz in der Nähe waren Jahrzehnte an Skizzen versteckt, die bis ins Jahr 1995 zurückreichten und alle dieselbe Frau darstellten. Erst als ich eine alte Fotografie meiner Mutter im Alter von zwanzig Jahren fand, sickerte die unmögliche Realität ein: Die Frau auf den Skizzen war nicht ich, sondern meine Mutter Jeanne.

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