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Mein Hund brachte mir den Pullover meiner verstorbenen Tochter, den die Polizei beschlagnahmt hatte – dann führte er mich an einen Ort, der mich wie gelähmt zurückließ.

„Baxter!“, rief ich und fummelte hastig an meinen Holzschuhen, während ich ihm hinterherjagte. Ich hielt nicht einmal an, um mir eine Jacke anzuziehen.

Er schlüpfte durch eine Lücke im Holzzaun hinten im Garten – genau durch die, durch die Lily im Sommer immer gezwängt war, um auf dem unbebauten Grundstück nebenan zu spielen. Ich hatte seit Monaten nicht mehr an dieses Grundstück gedacht. Wir hatten immer gesagt, wir würden dort eine richtige Absperrung errichten, aber dazu waren wir nie gekommen.

Ich folgte ihm atemlos, den Pullover fest in der Hand. Die Luft roch nach nassen Blättern und fernem Regen. Ich war seit Jahren nicht mehr jenseits dieses Zauns gewesen.

„Wo bringst du mich hin?“, rief ich ihm mit zitternder Stimme hinterher.

Baxter blieb alle paar Meter stehen und blickte über die Schulter, um sich zu vergewissern, dass ich noch kam. Und das tat ich. Irgendetwas sagte mir, ich musste. Es war, als wollte er mir etwas zeigen, das mit Lily zu tun hatte.

Er führte mich bis ans andere Ende des Grundstücks, vorbei an Unkraut und verrosteten Werkzeugen, direkt zum Rand des alten Schuppens. Er war seit Jahren unbenutzt. Die Tür hing schief an einem Scharnier.

Nach etwa zehn Minuten blieb Baxter schließlich regungslos im Türrahmen stehen. Dann blickte er mich mit denselben Augen an, die mich zuvor durch die Windfangtür angestarrt hatten, den Pullover im Mund.

Mein Herz hämmerte heftig.

„Okay“, flüsterte ich und trat ein.

Der Schuppen roch nach altem, feuchtem Holz und Staub. Sonnenstrahlen drangen durch die verzogenen Bretter und warfen blasse Lichtstrahlen auf den Boden. Ich konnte meinen eigenen Atem hören – flach und zittrig –, als ich weiter hineintrat.

Da habe ich es gesehen.

Ganz hinten in der Ecke, versteckt hinter einem zerbrochenen Blumentopf und einem alten Rechen, befand sich etwas, das wie ein Nest aussah. Es bestand nicht aus Zweigen oder Müll, sondern aus Kleidung. Weicher, vertrauter Kleidung.

Ich kroch näher heran, mein Herz klopfte mir bis zum Hals.

Dort, ordentlich aufgestapelt, lagen Lilys Sachen! Ihr lila Schal, ihr blauer Hoodie, die weiche weiße Strickjacke, die sie seit der zweiten Klasse nicht mehr getragen hatte – und darin, wie von ihren Erinnerungen umhüllt, lag eine dünne, dreifarbige Katze. Ihr Bauch hob und senkte sich in einem langsamen, rhythmischen Schnurren. An sie geschmiegt waren drei winzige Kätzchen, nicht größer als Teetassen.

Ich starrte wie erstarrt!

Da ließ Baxter den gelben Pullover fallen, den er neben der Katze getragen hatte, und ihre Kätzchen eilten sofort darauf zu, um sich darin zu wärmen. In diesem Moment begriff ich, dass der Pullover von hier stammte!

Es war nicht das Fahrzeug aus dem Absturz – es war das zweite!

Ich hatte die Ersatzschuhe ganz vergessen, die ich gekauft hatte, als Lily darauf bestand, nicht ohne zwei Paar auszukommen. Sie trug das erste Paar so oft, dass ich dachte, es würde irgendwann kaputtgehen. Mir war gar nicht aufgefallen, dass das zweite Paar fehlte.

„Lily…“, flüsterte ich und sank langsam auf die Knie. „Oh, Baby…“

Da begriff ich es – was das war. Das war nicht einfach nur eine streunende Katze, die sich hierher verirrt hatte. Das war ein sorgsam gehütetes Geheimnis zwischen einem Mädchen und den Tieren, die sie zum Schutz auserkoren hatte. Lily hatte sich immer wieder hierher geschlichen!

Sie muss die trächtige Katze schon vor Wochen gefunden haben. Sie brachte Futter, Wasser und Kleidung mit, vor allem ihre eigenen. Meine liebe Tochter hatte dieses Nest gebaut, um die Katzen warmzuhalten! Und das alles, ohne ein Wort darüber zu verlieren.

Ich presste die Hand auf meine Brust, überwältigt von einem Gefühl, das tiefer ging als Trauer. Es war Liebe – das Echo der Liebe meiner Tochter, das noch immer in diesem vergessenen Schuppen pulsierte, eingewoben in jeder Masche dieser alten Pullover.

Die Mutterkatze hob langsam den Kopf. Ihre grünen Augen trafen meine, ruhig und aufmerksam. Sie zuckte nicht zusammen und fauchte nicht; sie starrte mich nur an, als wüsste sie genau, wer ich war.

Ich schaute Baxter an. Er wedelte einmal mit dem Schwanz und trat dann vor, um die Kätzchen abzulecken.

Mich dorthin zu bringen, war, als ob er etwas vollenden wollte, das Lily begonnen hatte.

„Ich wusste es nicht“, flüsterte ich mit zitternder Stimme. „Ich wusste von all dem nichts.“

Baxter gab ein leises Wimmern von sich und stupste mich mit dem Ellbogen an.

Ich streckte langsam und sanft die Hand aus, und die Mutterkatze wehrte sich nicht. Ich streichelte ihr Fell. Sie war warm, ihr Herzschlag schnell und gleichmäßig unter meiner Hand.

„Du hast ihr vertraut, nicht wahr?“, murmelte ich. „Und sie hat sich um dich gekümmert.“

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