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Einen Monat nach der Geburt meiner Tochter stand ich mitten in der Nacht da und sah zu, wie mein Mann leise die Beutel mit meiner Milch aus dem Kühlschrank nahm und aus dem Haus schlüpfte.

Ich blieb hinter einem Baum stehen, als er leise klopfte. Die Tür öffnete sich fast sofort. Meine Schwiegermutter, Kamla Devi, stand davor.

Sie sah dünner aus als sonst. Müde. Ihre Schultern wirkten irgendwie schmaler.

Arjun reichte ihr eine Tasche.

Sie unterhielten sich kurz und gingen hinein.

Ich blieb stehen.

Die ganze Zeit … hatte er meiner Mutter meine Milch gebracht.

Aber warum?

Ich schlich mich näher heran, blieb versteckt und spähte durch den schmalen Spalt in der leicht geöffneten Tür.

Drinnen, im Dämmerlicht, sah ich Pooja – meine Schwägerin, die Frau von Arjuns älterem Bruder – auf einer dünnen Matratze sitzen. In ihren Armen lag ein Neugeborenes, rotgesichtig und vor Hunger weinend.

Pooja sah erschöpft aus. Blass. Mit eingefallenen Augen.

Kamla Devi wärmte schnell die Milch auf und füllte die Flasche. Das Baby griff verzweifelt danach. Innerhalb weniger Sekunden verstummte das Weinen und es trank nur noch kleine, gierige Schlucke.

Stille senkte sich über den Raum.

Und in dieser Stille wurde alles klar.

Pooja hatte ihr Kind zu früh zur Welt gebracht. Sie war schwach und hatte Mühe, Milch zu produzieren. Sie lebten nun von der Hand in den Mund. Säuglingsnahrung war teuer. Viel zu teuer.

Meine Schwiegermutter konnte es nicht mit ansehen, wie ihr Enkel vor Hunger weinte, und bat Arjun um Hilfe.

Leise.

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