
Dieses Phänomen hat einen Namen: die bistabile Illusion. Das bedeutet, dass unser Gehirn dasselbe Bild auf zwei verschiedene Arten interpretieren kann, ohne dass eine der beiden Interpretationen von vornherein falsch ist.
Ein bekanntes Beispiel? Das Kleid, das 2015 viral ging: blau und schwarz für die einen, weiß und gold für die anderen. Unsere Wahrnehmung hängt vom Kontext, der wahrgenommenen Beleuchtung und unseren Sehgewohnheiten ab.
Bei diesem Foto sucht unser Gehirn sofort nach einer vertrauten Form. Die Assoziation „Hals + Halskette“ ist naheliegend und logisch. Eine Hand in der Tasche, die in extremer Nahaufnahme zu sehen ist, stellt hingegen eine ungewöhnliche Situation dar. Daher neigt unser Gehirn zur naheliegendsten Interpretation, selbst wenn diese falsch ist.
Es ist derselbe Mechanismus, der uns Gesichter in den Wolken sehen lässt: Unser Geist sucht ständig nach vertrauten Formen.
Warum sind wir so fasziniert von diesen Illusionen?
Wenn diese Bilder viral gehen, ist das kein Zufall. Sie rufen ein leichtes Schwindelgefühl hervor: Wir erkennen, dass unsere Wahrnehmung nicht unfehlbar ist.
Wir zoomen hinein, wir zoomen heraus, wir neigen den Bildschirm. Wir zeigen das Foto den Leuten um uns herum: „Was seht ihr?“ Die Diskussion beginnt und jeder verteidigt seine Version mit Überzeugung.
Diese Illusionen schaffen Austausch und erinnern uns daran, dass Sehen nicht immer Verstehen bedeutet.
Wie kann man den Blick „öffnen“?
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