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Ein ruhiger Krankenhausaufenthalt, der unerwartete Hoffnung weckte

Während der vierzehn Tage im Krankenhaus schien die Zeit ihre Ordnung zu verlieren. Morgens gingen fließend in Nachmittage über, Nachmittage in lange, unruhige Nächte. Das Zimmer war stets erfüllt von Geräuschen und doch seltsam leer – das gleichmäßige Piepen der Monitore, das leise Zischen des Sauerstoffs, das ferne Rollen der Wagen über den polierten Boden. Trotzdem drang keine vertraute Stimme durch die Tür. Meine Kinder lebten in verschiedenen Städten und jonglierten Beruf und Familie. Freunde schickten höfliche Nachrichten, besuchten mich aber selten. Die Besuchszeiten kamen und gingen wie eine Flut, die nie ganz das Ufer erreichte.

Die Einsamkeit schleicht sich leise ein. Sie kündigt sich nicht an. Sie nimmt einfach neben einem Platz, wenn das Licht gedimmt wird und der Flur draußen still wird. Ich versuchte, den Mut nicht zu verlieren und erinnerte mich daran, dass ich auf dem Weg der Besserung war, dass dies nur vorübergehend war. Doch nachts, als sich die Welt auf den Himmel über meinem Bett beschränkte, schlichen sich Zweifel ein. Ich fragte mich, wie leicht es ist, aus dem Alltag zu verschwinden, wenn einen die Krankheit ausbremst.

Das war der Zeitpunkt, an dem er anfing, aufzutauchen.

Jeden Abend, kurz bevor die Station zur Ruhe kam, besuchte mich ein Krankenpfleger. Er ließ sich Zeit. Mit ruhiger, leiser Stimme fragte er, wie es mir ginge, ob ich etwas trinken wolle und ob ich mich ausruhen könne. Manchmal richtete er meine Decke oder rückte mein Kissen zurecht. Manchmal blieb er einfach einen Moment länger stehen, als nötig, als wollte er sich vergewissern, dass es mir wirklich gut ging.

„Nimm es Tag für Tag“, pflegte er zu sagen.
„Du bist stärker als dieser Moment.“
„Genesung ist kein Wettlauf. Du machst das gut.“

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